Ich will wissen, ob der Oura Ring meinen Schlaf und meine Erholung wirklich verständlicher macht – und nehme euch bei meinem Langzeittest von Anfang an mit.
Ich wollte so ein Ding. Schon lange. Vor allem, weil ich so schlecht schlief und endlich den Beweis wollte. 😆 Mein Mann sagte: „Nimm doch eine Apple Watch.“ Nö. Ich trage keine Uhren. Uhren am Handgelenk stören mich schon tagsüber und nachts finde ich eine Uhr am Arm ganz schlimm. Das geht für mich gar nicht. Wenn ich wissen will, wie spät es ist, gucke ich aufs Handy. Fertig.
Also habe ich laaaange mit so einem Fitnessring geliebäugelt. Schlaf messen, Puls tracken, REM-Schlaf, Tiefschlaf, Erholung – genau mein Ding. Irgendwann habe ich einen gekauft. Aber natürlich NICHT mit Abo! Pöh. Ich lasse mich doch nicht an die Kandarre legen. Und vor allen Dingen zahle ich doch nicht über 300 Schleifen für einen Ring! Meiner kostete ungefähr 90 Euro und über irgendeine Newsletter-Anmeldung bekam ich sogar noch zehn Prozent Rabatt. Ha! Clever. Ich bekomme quasi das Gleiche für dreimal weniger Kohle.
Dachte ich.
Schon drei Tage später war das Ding da. App installiert – ging erstaunlich einfach –, Ring an, erste Werte kamen rein und: ICH. WAR. GLÜCKLICH. Ich habe natürlich aaaalles ausgewertet. Schlafdauer, Puls, REM-Schlaf, Tiefschlaf. Besonders REM- und Tiefschlaf hatten es mir angetan. Endlich konnte ich sehen, was nachts eigentlich bei mir los war.
Nur … irgendwann wurde es komisch.
Ich wusste beispielsweise ganz genau, dass ich nachts gegen drei Uhr wach gewesen war. Nicht so „vielleicht habe ich mich kurz umgedreht“-wach. WACH-wach. Ich hatte auf die Uhr geguckt, war genervt, hatte nachgedacht, wahrscheinlich schon wieder Probleme gelöst, die ich überhaupt nicht hatte – das volle Programm.
Und mein Fitnessring?
Tiefschlaf.
Äh. Nein.
Dann fiel mir auf, dass mein Puls teilweise nicht vernünftig erfasst wurde. Andere Werte passten ebenfalls nicht zu dem, was ich erlebt hatte. Und je länger ich die Daten beobachtete, desto größer wurde meine Skepsis. Denn was bringt mir die schönste Schlafkurve der Welt, wenn ich weiß, dass ich während meines angeblichen Tiefschlafs hellwach im Bett lag?
Also habe ich das Ding irgendwann mit Todesverachtung in die Schublade gehauen und versucht, meine fantastische Spar-Idee zu vergessen. Hat nicht funktioniert. Denn die Idee eines Trackerrings hat mich bis heute nicht losgelassen.

Warum mich Schlaftracking gerade in den Wechseljahren interessiert
Mein Schlaf hat sich in den Wechseljahren ziemlich verändert. Diese Nächte, in denen ich plötzlich um drei Uhr wach bin, kenne ich inzwischen nur zu gut. Irgendwann möchte ich eben nicht mehr nur denken: Boah, habe ich heute schlecht geschlafen. Ich möchte wissen, was da passiert.
Wie lange schlafe ich tatsächlich? Wie oft bin ich nachts wach? Wie viel Tiefschlaf bekomme ich? Was ist mit meinem Ruhepuls? Wie verändert sich meine Erholung? Gibt es Muster, die ich selbst überhaupt nicht bemerke?
Ich trinke beispielsweise inzwischen kaum noch Alkohol, weil ich ziemlich eindeutig gemerkt habe, wie beschissen ich danach schlafe. Ich achte stärker auf Bewegung, beschäftige mich mit Muskelaufbau, Ernährung und meinen Wechseljahresbeschwerden. Aber jetzt möchte ich dazu Daten.
Und deshalb mache ich etwas, wogegen sich mein innerer Sparfuchs wirklich lange gewehrt hat: Ich plane, mir einen Oura Ring zu kaufen. Ja. Den teuren. 😆
Warum ausgerechnet Oura?
Genau das ist meine erste Frage. Bevor ich mehrere Hundert Euro ausgebe und anschließend auch noch für eine Mitgliedschaft bezahle, möchte ich wissen, wofür eigentlich. Was kann Oura besser als mein günstiger Fitnessring? Wie gut ist das Schlaftracking wirklich? Welche Werte sind für mich interessant und welche sind am Ende vielleicht nur hübsche Zahlen in einer App?
Und gerade für uns Frauen rund um die Wechseljahre interessiert mich: Kann ich aus diesen Daten tatsächlich etwas über meinen Alltag lernen? Nicht: Kann ein Ring meine Wechseljahre diagnostizieren? Kann er natürlich nicht. Sondern: Hilft mir das Tracking dabei, Zusammenhänge besser zu erkennen?
Was misst ein Oura Ring überhaupt?
Der Oura Ring erfasst über seine Sensoren unter anderem Herzfrequenz, Herzfrequenzvariabilität, Bewegung und Temperaturtrends. Die App leitet daraus schlafbezogene Auswertungen sowie Werte für Schlaf, Aktivität und Tagesform ab. Oura nennt außerdem Funktionen wie nächtliche Blutsauerstoffmessung, Stress- und Herzgesundheitsauswertungen. Welche davon für mich wirklich nützlich sind, kann ich erst nach längerer Nutzung beurteilen.
Wichtig: Der Ring ist ein Wellness- und Gesundheitstracker und kein Ersatz für eine medizinische Untersuchung. Schlaftracker schätzen Schlafphasen anhand ihrer Sensorsignale; sie messen Schlaf nicht auf dieselbe Weise wie eine Untersuchung im Schlaflabor. Wenn ein Ring mir fantastische Werte liefert, ich mich aber dauerhaft miserabel fühle, gewinnt nicht der Ring. 😆
Was kann Oura inzwischen speziell für die Wechseljahre?
Oura bietet inzwischen eine Funktion namens „Menopause Insights“ für Nutzerinnen von 35 bis 60 Jahren. Darin beantwortet man regelmäßig einen Fragebogen dazu, wie stark typische Beschwerden den Alltag beeinflussen. Er umfasst sieben Bereiche: Denken, Sexualität und Genitalbeschwerden, Selbstwahrnehmung, Muskeln und Gelenke, Schlaf, Harnwege sowie vasomotorische Beschwerden – also unter anderem Hitzewallungen und Nachtschweiß.
Die App erinnert nach Angaben von Oura alle 30 Tage an eine neue Einschätzung und kann daraus einen Bericht mit Verlauf erstellen. Das finde ich für meinen Test besonders interessant: Decken sich meine selbst eingetragenen Beschwerden irgendwann mit Veränderungen bei Schlaf, Ruhepuls, Herzfrequenzvariabilität oder Temperaturtrends?
Aber: Der Ring erkennt nach aktuellem Stand nicht automatisch „Das war gerade eine Hitzewallung“. Die Wechseljahresbeschwerden werden über den Fragebogen von mir selbst bewertet. Der Ring liefert ergänzende Messwerte und Trends, diagnostiziert aber weder Hitzewallungen noch die Wechseljahre. Genau diesen Unterschied werde ich im Praxistest im Auge behalten.
Mein Oura-Test beginnt vor dem Kauf
Ich nehme euch diesmal wirklich von Anfang an mit. Ich werde zunächst herausfinden, welche Größe und Ausführung für mich passen, was mich der Spaß tatsächlich kostet und wofür ich anschließend die Mitgliedschaft brauche.
Nach aktuellem Stand kostet die Oura-Mitgliedschaft in der EU 5,99 Euro im Monat oder 69,99 Euro im Jahr; für neue Mitglieder ist beim Ringkauf der erste Monat kostenlos. Preise und Bedingungen können sich ändern – deshalb prüfe ich sie beim Kauf noch einmal und trage meine tatsächlichen Kosten hier ein.
Und natürlich interessiert mich die Frage, die mein innerer Sparfuchs schon seit Jahren stellt: Muss es wirklich Oura sein? Mein erster Versuch mit einem günstigeren Fitnessring war jedenfalls keine überzeugende Antwort darauf.
Vielleicht stelle ich nach ein paar Monaten fest, dass Oura fantastisch ist. Oder vielleicht denke ich: Annika. Du hast über 300 Schleifen für DAS ausgegeben?! Kann passieren. 😆 Und genau deshalb wird das hier kein Werbeartikel.
Was ich mit dem Oura Ring testen möchte
- Schlaf: Erkennt der Ring nächtliche Wachphasen und wirken Schlafdauer sowie Schlafphasen für mich plausibel?
- Erholung: Was zeigen Tagesform, Ruhepuls und Herzfrequenzvariabilität nach guten und schlechten Nächten?
- Alltag: Sehe ich Zusammenhänge mit Stress, spätem Essen, Bewegung oder Training?
- Alkohol: Wie unterscheiden sich meine Nächte mit und ohne Alkohol?
- Wechseljahre: Ist „Menopause Insights“ hilfreich, und erkenne ich in den Beschwerden und Messwerten mit der Zeit nachvollziehbare Muster?
- Nutzung: Trage ich den Ring nach dem Neuigkeitszauber weiterhin – und helfen mir die Daten tatsächlich bei Entscheidungen?
Das wird kein wissenschaftliches Experiment. Dafür bin ich eine einzelne Frau und keine Forschungsgruppe. Es wird mein persönlicher Alltagstest mit Mitte 50.
Was hat das Ganze mit den Wechseljahren zu tun?
Schlafprobleme sind rund um die Wechseljahre häufig. Forschung beschreibt unter anderem häufigeres nächtliches Aufwachen und längere Wachzeiten nach dem Einschlafen. Hitzewallungen und Nachtschweiß können den Schlaf stören; zugleich spielen auch Stimmung, Stress, Alter und mögliche Schlafstörungen eine Rolle.
Ein Ring wird keines dieser Probleme für mich lösen und auch nicht erklären, wodurch eine schlechte Nacht verursacht wurde. Aber vielleicht hilft er mir dabei, Muster zu erkennen, die ich bisher nur gefühlt habe. Genau das möchte ich wissen.
Ich will keinen Drei-Tage-Test
Deshalb bekommt ihr von mir auch nicht drei Tage nach Lieferung den großen Artikel: „MEIN FAZIT NACH 72 STUNDEN!!!“ Quatsch.
Ich möchte wissen, wie sich der Ring nach Wochen und Monaten in meinem echten Leben schlägt. Ob ich ihn nachts dauerhaft trage. Ob mich die App irgendwann nervt. Ob ich ständig auf Scores starre. Ob die Daten plausibel wirken. Und ob ich wirklich etwas verändere, weil mir der Ring einen Zusammenhang gezeigt hat.
Was passiert, wenn die Begeisterung über das neue Spielzeug vorbei ist? Benutze ich ihn dann immer noch? Oder liegt neben meinem 90-Euro-Ring irgendwann ein sehr viel teurerer Ring mit Todesverachtung in derselben Schublade? Bitte nicht. 😆
Dieser Artikel wird mit meinem Test wachsen
Dieser Artikel ist heute noch kein fertiger Oura-Ring-Test. Er ist der Anfang. Sobald ich mich für Modell und Größe entschieden habe, ergänze ich Auswahl und tatsächliche Kosten. Wenn der Ring ankommt, folgt die Einrichtung. Danach kommen meine ersten Nächte, ein Zwischenfazit und später die entscheidende Antwort: Würde ich den Oura Ring noch einmal kaufen?
Eine Benachrichtigung für wesentliche Testupdates ergänze ich, sobald die technische Anmeldung eingerichtet ist. Bis dahin lasse ich mir Zeit. Denn wenn ich schon einen Langzeittest mache, möchte ich am Ende auch einen echten Langzeittest haben.
Das Wichtigste in 30 Sekunden
- Warum Oura? Mein erster günstiger Fitnessring zeigte teilweise offensichtlich unplausible Werte. Nun möchte ich wissen, ob Oura für mich einen echten Mehrwert bietet.
- Ist das schon ein Testurteil? Nein. Der Test beginnt vor dem Kauf und wird transparent fortgeschrieben.
- Was teste ich? Schlaf, nächtliche Wachphasen, Erholung, Alltagstauglichkeit und mögliche Zusammenhänge mit Bewegung, Stress und Gewohnheiten.
- Was kann der Ring nicht? Er kann weder Wechseljahresbeschwerden noch Schlafstörungen diagnostizieren und ersetzt keine medizinische Untersuchung.
FAQ: Oura Ring in den Wechseljahren
Kann der Oura Ring Schlafprobleme in den Wechseljahren erkennen?
Der Ring kann Schlaf- und Erholungsmuster schätzen, aber keine Ursache diagnostizieren. Er kann also nicht feststellen, ob eine Schlafstörung durch die Wechseljahre oder eine Erkrankung verursacht wird.
Erkennt der Oura Ring, wenn ich nachts wach bin?
Genau das wird einer meiner wichtigsten Praxistests. Wearables schätzen Schlaf und Wachphasen anhand mehrerer Sensorsignale. Ich werde meine eigene Wahrnehmung mit den angezeigten Daten vergleichen, ohne die App als medizinische Schlafmessung zu behandeln.
Braucht man für den Oura Ring ein Abo?
Für den vollständigen Zugriff auf die detaillierten Daten und Funktionen ist eine Oura-Mitgliedschaft nötig. Ohne aktive Mitgliedschaft bleiben laut Oura unter anderem die drei täglichen Werte für Schlaf, Aktivität und Tagesform sichtbar, der Funktionsumfang ist aber deutlich eingeschränkt.
Kann der Oura Ring Hitzewallungen erkennen?
Nein, eine einzelne Hitzewallung erkennt und diagnostiziert der Oura Ring nach aktuellem Stand nicht automatisch. In „Menopause Insights“ kann ich vasomotorische Beschwerden wie Hitzewallungen und Nachtschweiß selbst bewerten. Diese Angaben lassen sich im Verlauf zusammen mit Schlaf- und anderen Messwerten betrachten.
Lohnt sich der Oura Ring für Frauen ab 50?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten – und genau das möchte ich für meinen Alltag herausfinden. Entscheidend ist für mich nicht, wie viele Werte der Ring produziert, sondern ob ich daraus nach einigen Wochen wirklich etwas über meinen Schlaf, meine Erholung und meine Gewohnheiten lerne.
Ist ein günstiger Fitnessring genauso gut?
Mein persönlicher erster Versuch war es nicht. Daraus lässt sich nicht ableiten, dass alle günstigen Ringe schlecht sind. Im Langzeittest werde ich deshalb besonders darauf achten, welchen praktischen Mehrwert ich für den höheren Preis bekomme.
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Quellen
- Oura: Mitgliedschaft, Leistungsumfang und aktuelle EU-Preise
- Oura: Funktionen und Messwerte des Oura Ring 4
- Oura: Menopause Insights – Funktionen und Voraussetzungen
- Maki, Panay & Simon (2024): Sleep disturbance associated with the menopause
- Shin et al. (2025): Impact of sleep disturbances on health-related quality of life in postmenopausal women
Transparenzhinweis
Dieser Beitrag dokumentiert einen fortlaufenden persönlichen Langzeittest. Zum Zeitpunkt dieser ersten Fassung habe ich den Oura Ring noch nicht gekauft oder getestet. Eigene Erfahrungen, Kosten und mögliche Änderungen ergänze ich mit Datum, sobald sie tatsächlich vorliegen. Der Beitrag ist nicht von Oura beauftragt. Falls später Affiliate-Links hinzukommen, kennzeichne ich sie transparent. Gesundheits- und Schlaftracker ersetzen keine medizinische Untersuchung; anhaltende oder starke Schlafprobleme sollten ärztlich abgeklärt werden.
