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Herzrasen in den Wechseljahren: Wann es die Hormone sein können

Ich lag völlig entspannt auf dem Sofa. Fernseher an. Mann und Hund neben mir. Kids am Pennen. Endlich Feierabend. Und plötzlich …

Bumm.

Bumm.

Bumm.

Nicht ein bisschen schneller. Sondern richtig. Als hätte mein Herz beschlossen, spontan einen Halbmarathon zu laufen. Natürlich macht man in so einer Situation genau das, was man auf gar keinen Fall machen sollte. Man nimmt das Handy. Googelt. Und fünf Minuten später ist man laut Internet entweder kurz vorm Herzinfarkt oder hat noch ungefähr drei Minuten zu leben. Super. Genau das, was man in so einem Moment braucht. Als ich mich wieder halbwegs beruhigt hatte, stellte sich heraus: Herzrasen kann tatsächlich ein Symptom der Wechseljahre sein.

Davon hatte mir vorher allerdings niemand erzählt.


Können die Wechseljahre wirklich Herzrasen auslösen?

Ja. Viele Frauen berichten in den Wechseljahren von Herzklopfen, Herzstolpern oder einem plötzlich schnelleren Puls. Der sinkende Östrogenspiegel beeinflusst nicht nur die Eierstöcke, sondern auch das Herz-Kreislauf-System und das vegetative Nervensystem. Gleichzeitig reagieren viele Frauen in dieser Lebensphase empfindlicher auf Stress, Schlafmangel, Koffein oder Alkohol. Dadurch kann das Herz plötzlich schneller schlagen oder sich einzelne Herzschläge besonders kräftig anfühlen.

Das fühlt sich oft erschreckend an – ist aber nicht automatisch gefährlich.


Wie fühlt sich Herzrasen an?

Das ist ganz unterschiedlich. Manche Frauen spüren nur ein kräftiges Klopfen in der Brust. Andere haben das Gefühl, das Herz würde bis zum Hals schlagen. Manche erleben zusätzlich:

  • Herzstolpern
  • innere Unruhe
  • Schwindel
  • Hitzewallungen
  • Angst

Und genau das macht die Sache so gemein. Denn Angst beschleunigt den Herzschlag zusätzlich. Es entsteht ein kleiner Teufelskreis.


Wann solltest du zum Arzt?

Auch wenn Herzrasen in den Wechseljahren häufig vorkommt: Lass neue Beschwerden immer ärztlich abklären.

Vor allem dann, wenn

  • Brustschmerzen dazukommen,
  • Atemnot auftritt,
  • du ohnmächtig wirst,
  • die Beschwerden sehr lange anhalten oder
  • du dir einfach unsicher bist.

Herzrasen kann viele Ursachen haben. Deshalb sollte zunächst ausgeschlossen werden, dass eine Herzrhythmusstörung, Schilddrüsenerkrankung oder andere Erkrankung dahinterstecken. Erst wenn das abgeklärt ist, lässt sich besser beurteilen, ob die Wechseljahre eine Rolle spielen.


Was kann helfen?

Wenn organische Ursachen ausgeschlossen wurden, berichten viele Frauen, dass ihnen Folgendes hilft:

  • ausreichend Schlaf (ja, ich weiß, leicht gesagt)
  • regelmäßige Bewegung
  • weniger Koffein
  • Alkohol nur in Maßen
  • Entspannungsübungen
  • Atemtechniken
  • Stress reduzieren

Auch eine Hormonersatztherapie kann bei einigen Frauen die Beschwerden deutlich lindern. Ob sie für dich geeignet ist, solltest du gemeinsam mit deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt entscheiden.


Mein Fazit

Ich hätte nie gedacht, dass die Wechseljahre mein Herz beeinflussen können. Als ich das erste Mal Herzrasen hatte, war meine erste Reaktion:

Panik.

Heute weiß ich zumindest, dass ich mit diesem Symptom nicht allein bin. Und genau dieses Wissen hat mir ein Stück Angst genommen. Trotzdem gilt für mich: Lieber einmal zu viel zum Arzt als einmal zu wenig. Denn auch wenn Herzrasen in den Wechseljahren häufig vorkommt, sollte man nie einfach davon ausgehen, dass es nur daran liegt.


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FAQ / Häufige Fragen

Ist Herzrasen in den Wechseljahren normal?

Es kommt häufig vor. Trotzdem solltest du neue Beschwerden immer ärztlich abklären lassen.

Kann Östrogenmangel Herzrasen verursachen?

Der sinkende Östrogenspiegel kann das vegetative Nervensystem beeinflussen und dadurch Herzklopfen oder Herzrasen begünstigen.

Was ist der Unterschied zwischen Herzrasen und Herzstolpern?

Beim Herzrasen schlägt das Herz deutlich schneller. Herzstolpern fühlt sich eher wie einzelne zusätzliche oder ausgelassene Herzschläge an.

Helfen Hormone gegen Herzrasen?

Bei einigen Frauen bessern sich die Beschwerden unter einer Hormonersatztherapie. Ob diese Behandlung infrage kommt, sollte individuell ärztlich besprochen werden.


Das Wichtigste auf einen Blick

  • Herzrasen kann ein Symptom der Wechseljahre sein.
  • Ursache können hormonelle Veränderungen und ein empfindlicheres Nervensystem sein.
  • Neue Beschwerden sollten immer ärztlich abgeklärt werden.
  • Stress, Schlafmangel, Alkohol und Koffein können Herzrasen verstärken.
  • Viele Frauen erleben eine Besserung, wenn sie die Auslöser kennen und gezielt gegensteuern.

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Quellen
  • Deutsche Menopause Gesellschaft e. V.
  • Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): S3-Leitlinie Peri- und Postmenopause – Diagnostik und Interventionen
  • The Menopause Society
  • Deutsche Herzstiftung

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