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Zucker in den Wechseljahren: Warum die Lust auf Süßes so stark ist

Warum ich nach einem Stück Schokolade immer mehr will

So, jetzt oute ich mich mal hier in unserer privaten Runde: „Mein Name ist Annika und ich bin süchtig – nach Zucker.

Leute, dieser Stoff ist wirklich heftig. Ich bin streckenweise ein wirklich konsequenter Mensch mit ziemlich viel Willenskraft. Ich kann über lange Zeit auf den meisten Industriezucker verzichten, fahre die ganze Süße runter und gewöhne mich tatsächlich daran. YES!, denke ich jedes Mal. Du hast es! Dein Körper hat’s endlich kapiert! Und das funktioniert auch. Bis … es passiert. Dieses eine Stück Schokolade. „Das hast du dir jetzt verdient“, denke ich. Und irgendwo in meinem Hinterkopf sitzt noch meine Oma und sagt: „Kind, das ist Nervennahrung. Dein Körper braucht das jetzt.“ Tja. Tief konditioniert. 😆

Und nach diesem einen Stück möchte ich plötzlich noch eins. Und noch eins. Irgendwann schaltet sich meine Logik offenbar komplett ab und eine andere Annika übernimmt: Du lebst nur einmal, Mann! Der Tag war so stressig. Scheiß drauf.

Was diese Annika in dem Moment leider komplett vergisst: wie gut es mir und meinem Körper eigentlich tut, wenn ich weniger Süßes esse. Und dann esse ich eben nicht zwei Stückchen Schokolade und lege die Tafel zufrieden zurück in den Schrank. Nö. Ich kann richtig maßlos werden. Es fühlt sich für mich manchmal tatsächlich an, als hätte jemand einen Schalter umgelegt.

Gleichzeitig weiß ich natürlich, dass dauerhaft sehr viel Zucker meiner Gesundheit nicht guttut. Das ist für mich inzwischen auch keine Frage von: „Ich möchte zwei Kilo dünner sein.“ Ich habe zwei Kinder. Ich habe sie relativ spät bekommen und möchte möglichst lange gesund und fit für sie da sein. Und wenn ich richtig viel Glück habe, irgendwann auch für meine Enkel.

Mit 80 möchte ich jedenfalls nicht sagen: „Tja. Aber die Schokolade war lecker.“ 😆

Also wollte ich wissen: Warum ist es eigentlich so verdammt schwer, nach dem ersten Stück wieder aufzuhören? Was macht Zucker tatsächlich mit unserem Körper? Und wird das in den Wechseljahren vielleicht sogar noch schwieriger?

KI-erstelltes Symbolbild. Es zeigt keine reale Aufnahmesituation.

Hat man in den Wechseljahren mehr Heißhunger auf Zucker?

Nicht jede Frau bekommt in den Wechseljahren automatisch mehr Heißhunger auf Süßes. Die hormonellen Veränderungen dieser Lebensphase treffen aber häufig auf weitere Faktoren wie Schlafprobleme, Stress, Erschöpfung, veränderte Körperzusammensetzung und Essgewohnheiten. All das kann beeinflussen, wann, was und wie viel wir essen.

Das ist mir wichtig, weil im Internet inzwischen für gefühlt alles „die Hormone“ verantwortlich gemacht werden. Ich hätte hier natürlich auch gern geschrieben: JA. ÖSTROGEN. ICH KANN NICHTS DAFÜR. 😆

So einfach ist es leider nicht.

Rund um die Menopause verändern sich unter anderem die Östrogenspiegel. Gleichzeitig kann sich die Fettverteilung verändern, Muskelmasse kann mit zunehmendem Alter abnehmen und viele Frauen schlafen schlechter. Dazu kommt unser ganz normales Leben: Job, Familie, Stress und manchmal Mahlzeiten, die diesen Namen eigentlich nicht verdient haben.

Wenn ich nachts schlecht geschlafen habe, tagsüber Stress hatte und um 17 Uhr feststelle, dass mein Mittagessen aus Kaffee und drei Gabeln irgendwas bestand, brauche ich keine Ernährungspsychologin, um herauszufinden, warum mein Gehirn nach schneller Energie schreit.

Interessanterweise schreit es nie: BROKKOLI! Komisch. 😆

Warum will ich nach einem Stück Schokolade häufig noch mehr?

Süße und besonders schmackhafte Lebensmittel können unser Belohnungssystem ansprechen. Gleichzeitig beeinflussen Hunger, Gewohnheiten, Stress, Schlaf und die jeweilige Esssituation unser Verlangen. Deshalb kann sich ein Stück Schokolade manchmal überhaupt nicht wie „ein Stück und fertig“ anfühlen.

Was bei mir wahrscheinlich ebenfalls eine große Rolle spielt, ist gelerntes Verhalten. Stressiger Tag, Schokolade, schmeckt gut, Belohnung. Wenn man das oft genug wiederholt hat, muss Oma irgendwann gar nicht mehr „Nervennahrung“ sagen. Mein Gehirn hat das Konzept längst übernommen.

Und deshalb finde ich auch dieses ganze „Du musst einfach disziplinierter sein“ ein bisschen zu einfach.

Natürlich kann ich entscheiden, was ich esse. Aber es hilft ungemein zu verstehen, warum ich gerade vor dem Schrank stehe und die Schokolade mit mir verhandelt.

Kann Zucker wirklich süchtig machen?

Eine „Zuckersucht“ lässt sich beim Menschen wissenschaftlich nicht einfach mit einer Abhängigkeit von Alkohol, Nikotin oder anderen Drogen gleichsetzen. Starkes Verlangen nach Süßem oder das Gefühl von Kontrollverlust können trotzdem sehr real sein.

Wenn ich mich am Anfang dieses Artikels also als „süchtig nach Zucker“ bezeichne, ist das meine persönliche Beschreibung für dieses Gefühl:
Gib. Mir. Mehr. Davon. Keine medizinische Diagnose. Wissenschaftlich wird unter anderem untersucht, welche Rolle Belohnungssystem, Essgewohnheiten und besonders schmackhafte beziehungsweise hochverarbeitete Lebensmittel bei kontrollverlustartigem Essen spielen.

Das finde ich sogar beruhigend. Denn Gewohnheiten kann man verändern.

Was passiert eigentlich im Körper, wenn ich Zucker esse?

Wenn wir Kohlenhydrate essen, werden diese je nach Art während der Verdauung unter anderem zu Glukose zerlegt. Glukose gelangt ins Blut und der Körper schüttet Insulin aus, damit sie von den Zellen aufgenommen beziehungsweise gespeichert werden kann.

Das ist ein völlig normaler Stoffwechselvorgang. Zucker ist also nicht automatisch „Gift“.

Entscheidend sind Menge und Gesamtzusammenhang. Eine dauerhaft hohe Zufuhr freier Zucker kann zu einer hohen Energiezufuhr beitragen. Ein hoher Konsum zuckergesüßter Getränke ist zudem mit gesundheitlichen Risiken verbunden. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt deshalb, freie Zucker auf weniger als zehn Prozent der täglichen Energiezufuhr zu begrenzen. Eine weitere Reduktion auf unter fünf Prozent kann zusätzliche gesundheitliche Vorteile bringen. Zu den freien Zuckern gehören nicht nur Haushaltszucker und zugesetzter Zucker, sondern beispielsweise auch Zucker in Honig, Sirupen und Fruchtsäften.

Bedeutet das jetzt, dass Obst auch schlecht ist?

Nein. Ganzes Obst ist ernährungsphysiologisch nicht mit Süßigkeiten oder zuckerhaltigen Getränken gleichzusetzen. Der natürlich vorkommende Zucker in intaktem Obst zählt bei der WHO nicht zu den freien Zuckern. Gleichzeitig liefert Obst unter anderem Ballaststoffe, Wasser, Vitamine und weitere Pflanzenstoffe.

Ich werde also ganz sicher nicht anfangen, Angst vor einer Erdbeere zu bekommen. Ein Glas Fruchtsaft ist allerdings etwas anderes als eine Orange. Beim Saft kann man relativ schnell den Zucker mehrerer Früchte trinken, ohne die gleiche Menge an intakten Ballaststoffen mitzuessen.

Macht Zucker meinen Wechseljahresbauch schlimmer?

Zucker wird nicht gezielt als Bauchfett gespeichert. Eine dauerhaft höhere Energieaufnahme als der Körper verbraucht kann jedoch zur Zunahme von Körperfett beitragen. Rund um die Menopause verändert sich bei vielen Frauen zusätzlich die Fettverteilung stärker in Richtung Bauch.

Zucker nimmt nach dem Essen also nicht die direkte Autobahn zu meinem Bauch. Schade eigentlich – dann könnten wir einfach die Ausfahrt sperren. 😆

Das Problem ist eher das Gesamtpaket. Viele Süßigkeiten und insbesondere zuckerhaltige Getränke liefern schnell Energie. Wenn gleichzeitig Muskelmasse abnimmt, wir uns weniger bewegen und sich die Fettverteilung verändert, kann irgendwann genau dieser Bauch entstehen, bei dem man denkt: Aber ich esse doch gar nicht mehr als früher!

👉 Dazu passt mein Artikel: Warum kann ich in den Wechseljahren schlechter abnehmen?

Muss ich jetzt komplett auf Zucker verzichten?

Nein. Eine gesunde Ernährung muss nicht komplett zuckerfrei sein. Entscheidend ist vor allem, freie Zucker zu begrenzen und eine Ernährungsweise zu finden, die langfristig funktioniert.

Und genau hier habe ich irgendwann gemerkt: Totalverzicht ist für mich keine besonders gute Idee. „Nie wieder Schokolade“ würde bei mir ungefähr drei Tage funktionieren. Vielleicht vier. Danach würde man mich vermutlich nachts mit einer Taschenlampe im Süßigkeitenschrank finden. Ich möchte Zucker deshalb nicht komplett aus meinem Leben verbannen. Ich möchte erreichen, dass ich entscheide, wann ich etwas Süßes esse – und nicht die Schokolade.

Meine Lösung: Ich habe mich an 85-prozentige Schokolade gewöhnt

Und jetzt sage ich etwas, was in der Werbung für dunkle Schokolade gern ein bisschen untergeht: Die schmeckt am Anfang einfach nicht so gut wie die andere. 😆 Zumindest ging es mir so. Wenn man vorher süße Schokolade gewohnt ist und dann plötzlich 85 Prozent Kakao im Mund hat, denkt man nicht unbedingt: „Ooooooh, welch cremige Offenbarung!“ Eher: „Hm. Interessant.“

Man muss sich daran gewöhnen. Aber genau das hat sich für mich gelohnt. Mit der Zeit hat sich mein Geschmack verändert. Ich mag sie inzwischen wirklich – und vor allem brauche ich davon nicht so viel. Von der 85-prozentigen Schokolade esse ich schon automatisch keine ganze Tafel. Das finde ich genial. Nicht, weil ich plötzlich zur Königin der Selbstbeherrschung geworden bin. Sondern weil sie so intensiv schmeckt, dass irgendwann einfach genug ist.

Ist 85-prozentige Schokolade wirklich besser?

Dunkle Schokolade mit hohem Kakaoanteil enthält typischerweise weniger Zucker als klassische Vollmilchschokolade. Kakao liefert außerdem Polyphenole, darunter Flavanole. Trotzdem bleibt dunkle Schokolade ein energiereiches Genussmittel. Und ja: Kakao enthält tatsächlich Pflanzenstoffe mit antioxidativen Eigenschaften. Kakao-Flavanole werden wissenschaftlich unter anderem im Zusammenhang mit Gefäßfunktionen untersucht.

Das bedeutet aber nicht: 85 Prozent Kakao = Gemüse. 😆 Auch dunkle Schokolade liefert reichlich Energie und Fett und enthält normalerweise weiterhin Zucker. Ich würde deshalb nicht anfangen, eine ganze Tafel zu essen, weil irgendwo „Antioxidantien“ draufstehen. Für mich liegt ihr größter Vorteil woanders: Sie schmeckt intensiv, enthält üblicherweise weniger Zucker als sehr süße Schokolade und ich bin wesentlich schneller zufrieden.

Das ist alltagstauglich. Und genau das zählt für mich.

Mein Abendritual: 85-%-Schokolade und Decaf

Auf etwas möchte ich nämlich überhaupt nicht verzichten. Abends mache ich mir einen koffeinfreien Kaffee und esse dazu zwei oder drei Stückchen meiner dunklen Schokolade. Das ist mein kleines Ritual. Ich sitze da, trinke meinen Kaffee und habe trotzdem das Gefühl: So. Jetzt gibt’s was Schönes. Und das ist für mich psychologisch ziemlich wichtig. Ich möchte nämlich nicht gesund 100 werden, wenn ich dafür vorher 40 Jahre lang schlechte Laune haben muss. 😆

Warum Decaf? Weil mein Schlaf in den Wechseljahren ohnehin genügend eigene Ideen entwickelt. Da muss ich meinem Gehirn am Abend nicht noch mit einem normalen Kaffee zurufen: HEY! WIR KÖNNTEN UM 3 UHR NOCH EIN BISSCHEN NACHDENKEN! Koffein kann den Schlaf beeinträchtigen, wobei die individuelle Empfindlichkeit und der Zeitpunkt eine Rolle spielen. Koffeinfreier Kaffee enthält zwar meist noch kleine Restmengen Koffein, aber erheblich weniger als normaler Kaffee.

Also: Decaf, dunkle Schokolade, Feierabend.

👉 Dazu passt: 3 Uhr nachts. Wieder wach. Blöde Wechseljahre!

Hilft es wirklich, sich weniger Süße anzugewöhnen?

Für mich ist das einer der größten Unterschiede. Wenn ich über längere Zeit weniger stark gesüßte Sachen esse, brauche ich irgendwann auch weniger Süße. Und plötzlich schmecken mir Dinge süß genug, bei denen ich früher vermutlich gefragt hätte: „Ist da überhaupt Zucker drin?“ Geschmacksvorlieben sind nicht unveränderlich. Wie stark wir Süße bevorzugen, wird unter anderem durch Erfahrungen und Gewohnheiten beeinflusst. Ich würde daraus aber keine starre Regel machen wie: „Nach exakt 14 Tagen schmeckt Zucker plötzlich ekelhaft.“ So funktioniert unser Körper nicht.

Bei mir ist es eher ein schleichender Prozess. Und genau deshalb passt die dunkle Schokolade so gut hinein: Ich verbiete mir Schokolade nicht, aber mein Maßstab für „süß genug“ hat sich verändert.

Was hilft gegen Heißhunger auf Süßes?

Es gibt keinen einzelnen Trick, der Heißhunger bei allen Menschen abstellt. Regelmäßige sättigende Mahlzeiten, ausreichend Protein und Ballaststoffe, genügend Schlaf und das Erkennen persönlicher Auslöser können jedoch helfen, mit starkem Verlangen nach Süßem besser umzugehen. Ich versuche inzwischen vor allem, vernünftig zu essen, bevor der große Hunger kommt. Wenn ich tagsüber kaum etwas gegessen habe und abends völlig ausgehungert bin, ist meine Entscheidungsfähigkeit ungefähr auf dem Niveau eines Dreijährigen an der Supermarktkasse.

Protein hilft mir dabei. Nicht, weil Proteinpulver irgendeinen magischen Zuckerentzug auslöst, sondern weil proteinreiche Lebensmittel zur Sättigung beitragen können und Protein gleichzeitig für den Erhalt unserer Muskulatur wichtig ist. Skyr, Quark, Eier, Hülsenfrüchte, Fisch, Tofu – oder eben mein Proteinshake, wenn es schnell gehen muss.

👉 Dazu passt mein Artikel: Brauche ich wirklich ein Proteinpulver?

Und ich versuche inzwischen auch kurz zu überlegen: Habe ich gerade tatsächlich Hunger? Oder bin ich müde, genervt, gestresst oder gelangweilt? Manchmal möchte mein Gehirn schlicht seine gewohnte Belohnung. Und manchmal lautet die Antwort trotzdem:

Ich will jetzt Schokolade.

Dann esse ich sie. Meine dunkle. Zum Decaf. Und damit kann ich inzwischen ziemlich gut leben.

Warum Schlaf beim Heißhunger eine Rolle spielt

Schlafmangel kann Hunger, Appetit und unsere Lebensmittelauswahl beeinflussen. Wer dauerhaft schlecht schläft, kann es deshalb schwerer haben, sein Essverhalten zu regulieren. Und schon wieder landen wir beim Schlaf. Dieser verdammte Schlaf mischt wirklich überall mit. 😆 Das heißt natürlich nicht, dass eine schlechte Nacht automatisch dazu führt, dass man am nächsten Tag eine Tafel Schokolade isst. Aber wenn ich über Wochen schlecht schlafe, erschöpft bin und ständig schnelle Energie suche, wundert mich mein Griff zu Süßem wesentlich weniger.

Deshalb gehört für mich inzwischen auch Schlaf zu einer vernünftigen Ernährung.

Und was ist mit Stress?

Stress macht nicht automatisch dick und es gibt auch keinen simplen Mechanismus nach dem Motto „Cortisol = Bauch“. Aber Stress kann beeinflussen, wie wir schlafen, wann wir essen und wonach uns der Sinn steht. Und dann kommt noch unser gelerntes Belohnungsverhalten dazu.

Bei mir ist das ziemlich offensichtlich: Anstrengender Tag → Jetzt habe ich mir etwas verdient. Die spannendere Frage ist für mich deshalb inzwischen: Was habe ich mir eigentlich verdient? Manchmal vielleicht tatsächlich Schokolade.

Manchmal aber auch zehn Minuten Ruhe, ein Spaziergang, ein vernünftiges Abendessen oder schlicht niemanden, der gerade irgendetwas von mir will. 😆

Ist Honig besser als Zucker?

Honig, Agavendicksaft und Sirupe sind keine zuckerfreien Gesundheitsprodukte. Die darin enthaltenen freien Zucker zählen ebenfalls zur empfohlenen Begrenzung der Zuckerzufuhr.

Natürlich unterscheiden sich Geschmack und Zusammensetzung etwas. Aber nur weil auf einem Glas „Bio-Agaven-Nektar“ steht, hat sich der Zucker darin nicht plötzlich für ein gesundes Leben entschieden. Schade. Klingt schließlich wesentlich besser als: Zucker. 😆

Sind Süßstoffe die bessere Lösung?

Zuckerfreie Süßstoffe können helfen, Zucker und teilweise Energie einzusparen. Sie sind aber nicht zwingend notwendig, um sich ausgewogen zu ernähren. Für mich persönlich ist noch etwas anderes wichtig: Ich möchte meinen Geschmack nicht einfach von „sehr süß mit Zucker“ auf „sehr süß ohne Zucker“ umprogrammieren. Ich möchte insgesamt weniger süß brauchen.

Deshalb funktioniert mein Ansatz für mich besser: Süße langsam herunterfahren, an andere Geschmäcker gewöhnen und Süßes trotzdem genießen, wenn ich es wirklich möchte.

Mein Fazit: Die Schokolade darf bleiben

Ich werde vermutlich niemals die Frau sein, die eine angebrochene Tafel Vollmilchschokolade drei Wochen lang im Küchenschrank liegen lässt. Diese Menschen gibt es. Ich traue ihnen nicht. 😆

Aber ich habe inzwischen verstanden, dass meine Lösung nicht darin liegt, mich jeden Abend mit maximaler Willenskraft von Süßigkeiten fernzuhalten. Ich muss mir meinen Alltag so bauen, dass ich diese Willenskraft möglichst selten brauche. Weniger Süße, ordentliche Mahlzeiten, genug Protein, Schlaf ernst nehmen und Stress erkennen. Und abends gibt es meinen kleinen koffeinfreien Kaffee mit meiner 85-prozentigen Schokolade. Ja, die schmeckt anders und ja, daran musste ich mich erst gewöhnen. Aber inzwischen mag ich sie. Und vor allem passiert etwas, was mir mit der süßeren Variante wesentlich schwerer fällt: Irgendwann ist einfach gut. Zwei oder drei Stückchen, Kaffee leer, Feierabend.

Und wenn ich damit mit 80 noch bei meinen Kindern am Tisch sitze und später vielleicht meinen Enkeln erklären kann, dass Uroma früher Schokolade als Nervennahrung verschrieben hat, dann finde ich das eigentlich einen ziemlich guten Deal. 😆

Das Wichtigste in 30 Sekunden

Warum habe ich in den Wechseljahren Heißhunger auf Süßes? Es gibt nicht die eine hormonelle Ursache. Hormonelle Veränderungen können mit Schlafproblemen, Stress, veränderter Körperzusammensetzung und Lebensgewohnheiten zusammentreffen, die das Essverhalten beeinflussen.

Kann Zucker süchtig machen? Süße und besonders schmackhafte Lebensmittel können unser Belohnungssystem stark ansprechen. Eine „Zuckersucht“ lässt sich beim Menschen aber nicht einfach mit Alkohol-, Nikotin- oder Drogenabhängigkeit gleichsetzen.

Ist 85-%-Schokolade gesünder? Sie enthält üblicherweise mehr Kakao und weniger Zucker als klassische Vollmilchschokolade. Kakao liefert Flavanole und andere Polyphenole. Trotzdem bleibt dunkle Schokolade ein energiereiches Genussmittel.

Muss Zucker komplett weg? Nein. Entscheidend ist vor allem, freie Zucker insgesamt zu begrenzen und eine Ernährungsweise zu finden, die langfristig funktioniert.

Was kann gegen Heißhunger helfen? Regelmäßige sättigende Mahlzeiten, ausreichend Protein und Ballaststoffe, Schlaf und das Erkennen eigener Auslöser können helfen. Bei mir funktioniert zusätzlich, mich insgesamt an weniger Süße zu gewöhnen.

Häufige Fragen zu Zucker in den Wechseljahren

Warum habe ich in den Wechseljahren ständig Lust auf Süßes?

Nicht jede Frau entwickelt in den Wechseljahren mehr Heißhunger. Schlafprobleme, Stress, Erschöpfung, Hunger, Essgewohnheiten und Veränderungen des Stoffwechsels beziehungsweise der Körperzusammensetzung können jedoch gemeinsam dazu beitragen, dass Süßhunger stärker auffällt.

Wie viel Zucker am Tag ist okay?

Die WHO empfiehlt, freie Zucker auf weniger als zehn Prozent der täglichen Energiezufuhr zu begrenzen. Bei 2.000 Kilokalorien entsprechen zehn Prozent ungefähr 50 Gramm. Eine weitere Reduktion auf unter fünf Prozent kann zusätzliche gesundheitliche Vorteile bringen.

Ist dunkle Schokolade mit 85 Prozent Kakao zuckerfrei?

Nein. Auch 85-prozentige Schokolade enthält normalerweise Zucker. Wie viel, hängt vom konkreten Produkt ab. Der Zuckeranteil ist typischerweise niedriger als bei süßerer Vollmilchschokolade.

Sind die Antioxidantien in Kakao wirklich gut?

Kakao enthält Flavanole und weitere Polyphenole mit antioxidativen Eigenschaften. Daraus folgt jedoch nicht, dass große Mengen dunkler Schokolade automatisch gesund sind. Schokolade bleibt ein energiereiches Lebensmittel.

Zählt Zucker aus Obst auch als freier Zucker?

Der natürlich vorkommende Zucker in ganzem, unverarbeitetem Obst zählt nach der WHO-Definition nicht zu den freien Zuckern. Zucker in Fruchtsäften und Fruchtsaftkonzentraten hingegen schon.

Warum habe ich besonders abends Lust auf Schokolade?

Hunger, Gewohnheiten, Stress, Schlafmangel und die erlernte Verbindung von Süßigkeiten mit Belohnung oder Entspannung können eine Rolle spielen. Wer tagsüber sehr wenig isst, kann abends zusätzlich schlicht hungrig sein.

Ist koffeinfreier Kaffee am Abend besser für den Schlaf?

Wer empfindlich auf Koffein reagiert, kann mit koffeinfreiem Kaffee die Koffeinzufuhr am Abend deutlich reduzieren. Decaf kann allerdings noch geringe Restmengen Koffein enthalten.

Macht Zucker Bauchfett?

Zucker wird nicht gezielt am Bauch gespeichert. Eine dauerhaft zu hohe Energiezufuhr kann jedoch Körperfett erhöhen. Rund um die Menopause verändert sich bei vielen Frauen zusätzlich die Fettverteilung stärker in Richtung Bauch.

Können die Wechseljahre Diabetes verursachen?

Die Menopause allein verursacht nicht einfach Typ-2-Diabetes. Alter, genetische Veranlagung, Körperzusammensetzung, Bewegung, Ernährung und weitere Faktoren beeinflussen das individuelle Risiko. Bei erhöhtem Risiko oder auffälligen Blutzuckerwerten sollte dies ärztlich abgeklärt werden.

Wann wird Heißhunger zum Problem?

Wenn Essen regelmäßig mit starkem Kontrollverlust, Essanfällen, heimlichem Essen oder erheblichem Leidensdruck verbunden ist, sollte man das nicht als mangelnde Disziplin abtun. Dann ist professionelle medizinische, ernährungstherapeutische oder psychotherapeutische Unterstützung sinnvoll.

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Quellen
  • Weltgesundheitsorganisation (WHO): Empfehlungen zu gesunder Ernährung und freien Zuckern
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Informationen und Empfehlungen zur Zuckerzufuhr
  • Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG): Empfehlungen zur Begrenzung freier Zucker
  • Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA): wissenschaftliche Bewertung von Kakao-Flavanolen
  • Wissenschaftliche Fachliteratur zu Menopause, Körperzusammensetzung, Schlaf, Appetit und Essverhalten
Transparenzhinweis

Dieser Artikel verbindet meine persönlichen Erfahrungen mit wissenschaftlichen Informationen zu Zucker, Ernährung und Wechseljahren. Wenn ich mich selbst als „süchtig nach Zucker“ bezeichne, beschreibe ich damit mein persönliches Erleben und stelle keine medizinische Diagnose. Meine 85-prozentige Schokolade und mein koffeinfreier Kaffee sind ebenfalls meine persönliche Strategie – keine allgemeine Therapieempfehlung.

Die gesundheitlichen Informationen dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche oder ernährungsmedizinische Beratung. Einige Links auf ANNILIV können Affiliate-Links sein. Wenn du darüber etwas kaufst, erhält ANNILIV gegebenenfalls eine kleine Provision. Für dich ändert sich der Preis dadurch nicht.

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